Professionelle Lichtplanung  mit eidgenössischen Fachausweis ‚BP‘

"Diese Ausbildung ist schweiz- und europaweit einmalig!"

In der Schweizer Lichtszene hat im November 2014 ein neues Kapitel begonnen. Erstmals konnte die Schweizer Lichtgesellschaft (SLG) acht  Lichtplaner und eine Lichtplanerin mit dem eidgenössischen Fachausweis auszeichnen. "Dies ist nicht nur schweizweit sondern europaweit einmalig", sagt Gino Gabriele, Leiter College SLG. Der im letzten Jahr neu ins Leben gerufene Abschluss baut auf den bisher bereits angebotenen drei  Kursen "Lichtplaner SLG 1, 2 und 3", auf. Diese vermitteln die Grundlagen der Lichttechnik und der Lichtplanung und vertiefen das Wissen in sämtlichen Teilbereichen der Beleuchtungstechnik. Zudem lernen die Studierenden die Erstellung und das Präsentieren von Lichtplanungen und Expertisen. "Jede Stufe des Ausbildung ist in je 2x3 Tage gegliedert, etwa 60 Lektionen", erklärt Gino Gabriele, „das Selbststudium gehört selbstverständlich mit dazu und benötigt genügend Zeit!“. Auf Wunsch kann jeder Kurs mit einer Prüfung abgeschlossen und ein Zertifikat erlangt werden. "Zeitgleich bilden die Atteste auch die Zulassungsbedingung zur Ausbildung für die eidgenössischen Berufsprüfung "Lichtplaner mit eidgenössischem Fachausweis", sagt Gino Gabriele.
 

Zugeschnittenes Beleuchtungskonzept
 

Marco Weishaupt aus Luzern ist einer der neun frisch ausgezeichneten Lichtplaner. Der 34-Jährige arbeitet schon viele Jahre in der Elektroplanung. "Irgendwann merkte ich, dass ich mich weiterbilden und verstärkt mit der professionellen Lichtplanung auseinandersetzen will", sagt Marco Weishaupt. Hochspannend aber auch sehr zeitintensiv sei die Ausbildung gewesen, erinnert er sich. Und die grosse eidgenössische Abschlussarbeit auch eine ziemliche Knacknuss.  "Die Aufgabe war, eine Präsentation samt  Argumentation für eine Fabrikanlage mit Innen-, Aussen- und Notbeleuchtung inklusive Minergienachweis vorzubereiten", sagt Marco Weishaupt. Ein internationales Expertengremium - ein Experte aus Deutschland und einer aus Holland, nahmen die Prüfung ab. Zwanzig Minuten waren die beiden Kunden, denen  Marco Weishaupt sein Konzept vorstellen durfte. Danach galt es 40 Minuten Fragen zu beantworten. "Da ich die Präsentation bereits vorher im Geschäft geübt hatte war ich mässig nervös", sagt Marco Weishaupt. Trotzdem sei er froh und glücklich sei die Lernzeit nun vorbei und er im Besitz des eidgenössischen Fachausweises. Davon, dass der 34-Jährige die Ausbildung absolviert hat, profitiert auch sein Arbeitgeber, die B+S Elektro Engineering AG in Emmenbrücke. Bei Projekten kann nun die professionelle Lichtplanung separat angeboten werden. "Zudem hat ein weiterer Mitarbeiter so eben den Lehrgang begonnen", sagt Marco Weishaupt. Professionelle Lichtplanung heisst, dass Marco Weishaupt in der Lage ist, Beleuchtungsprojekte von A bis Z durchzuführen und die Beleuchtungslösungen dokumentiert und bewertet. "Zudem kann ich nun, dank dem erlernten Fachwissen, kompetent auf die Bedürfnisse des Kunden eingehen und ein auf die Situation zugeschnittenes Beleuchtungskonzept entwickeln das Hand und Fuss hat", sagt Marco Weishaupt.
 

Zurzeit wird die Ausbildung durch den Arbeitgeber mitfinanziert oder noch selbst bezahlt. Eventuell mögliche Abfederung der Kosten durch ‚staatliche Subventionen‘ unterliegen den unterschiedlichen kantonalen Regeln. Laut Gino Gabriele laufen derzeit aber bereits Abklärungen ob der Bund diese, ab 2017, direkt den Absolventen teilweise rückerstattet. "Durch die ständige Weiterentwicklung der Lehrgänge und die Anpassungen und Ergänzungen des internationalen Normenwerks haben wir zudem beschlossen die Ausbildung in zwei Fachrichtungen aufzuteilen", sagt Gino Gabriele.
Ab sofort bietet die Schweizerische Licht Gesellschaft" Lichtplaner Indoor" und "Lichtplaner Outdoor" an. Die Grundlagen sind bei beiden Lehrgängen dieselben. Danach schulen Fachexperten die Auszubildenden spezifisch. "Während der Lichtplaner Indoor alles für die Beleuchtungsplanung im Innenbereich erfährt, konzentriert sich der Lichtplaner Outdoor auf sämtliche Beleuchtungsinstallationen im Aussenbereich", erklärt Gino Gabriele.
Zu ihnen zählen unter anderem öffentliche Beleuchtung von Strassen, Plätzen, Tunnel und Fussgängerübergängen. Die Outdoor Ausbildung richtet sich insbesondere an Mitarbeitende von Elektrizitätswerken, Ingenieur- und Architekturbüros und öffentliche Verwaltungen. "Aber natürlich auch an alle wissenshungrige Elektroplaner und Elektroinstallateure", sagt Gino Gabriele.

Mit dem eidgenössischen Fachausweis Lichtplaner hat die SLG eine Vorreiterrolle in der Schweiz und auch in Europa. Laut Gino Gabriele hat Deutschland bereits Interesse bekundet, im Sommer denselben Ausbildungsgang anzubieten. Und auch Holland zeigt Gefallen daran. Die Schweizer Licht Gesellschaft plant derweil schon einen Schritt weiter: "Wir diskutieren bereits ob wir womöglich auch die Meisterprüfung anbieten wollen", sagt Gino Gabriele.

 

 

Berufsbild Lichtplaner mit eidg. Fähigkeitsausweis
 

Lichtplaner sind Fachleute für die Planung und Gestaltung von Beleuchtungsanlagen und - Lösungen im Innen- und Aussenraum. Ebenso unterstützen sie Bauherren und Architekten in der Submission und Realisierung von neuen oder der Beurteilung von bestehenden Beleuchtungsanlagen. Je nach Auftrag sind Lichtplaner zuständig für die gesamte Projektabwicklung von der Evaluation über die Kundenberatung bis hin zur Kalkulation und Umsetzung der Beleuchtungslösung oder zeigen sich für einzelne Projektschritte verantwortlich.

Im Zentrum der Beleuchtungsanlagen und -lösungen steht stets der Mensch. Der Lichtplaner ist sich des Einflusses von Licht und Beleuchtung auf dessen Wohlbefinden, Sicherheitsempfinden, Gesundheit und Leistungsfähigkeit bewusst. Neben den Bedürfnissen des Menschen berücksichtigt der Lichtplaner in seiner Tätigkeit zentrale ökologische Aspekte wie Energieeffizienz sowie Lichtemissionen.

Die Ausbildung "Lichtplaner Indoor"/"Lichtplaner Outdoor" umfasst total je 400 Lektionen und ist wie folgt gegliedert:
 

Lichtplaner 1 (Indoor und oder Outdoor)

Lektionen: 58

Selbststudium: 35

Mathe integriert

Zertifikat LP1: Prüfung 4 Stunden

Der Kurs ist in drei Module gegliedert. Jedes Modul dauert 2 Tage.

 

Lichtplaner 2 (Indoor oder Outdoor)

Lektionen: 58

Selbststudium: 35

Zertifikat LP2: Prüfung 4 Stunden und Lehrgangsarbeit 24 Stunden

Der Kurs ist in drei Module gegliedert. Jedes Modul dauert 2 Tage.

 

Lichtplaner 3 (Indoor oder Outdoor)

Lektionen: 50

Selbststudium: 42

Zertifikat LP3: Prüfung 4 Stunden und Lehrgangsarbeit 32 Stunden

Der Kurs ist in drei Module gegliedert. Jedes Modul dauert 2 Tage.

 

Berufsprüfung Lichtplaner Fachrichtung Indoor/Outdoor

Eidgenössische Prüfung: Abschlussarbeit 40 Stunden mit Präsentation und Argumentation 1 Stunde

Kursort:  Römerstrasse 7, 4600 Olten
 

Weitere Informationen unter: www.slg.ch/college

Vereinsadresse: Alumni Light Swiss; SLG Schweizer Licht Gesellschaft; Römerstrasse 7; CH-4600 Olten